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Unterwegs im Wesergebirge

Nachmittags hab ich etwas Bergtraining gemacht. Den richtigen Schritt zu finden war dabei die größte Herausforderung. Der Schlappschritt aus dem Flachland sorgt hier immer wieder für fast Abstürze, da ich oft an Baumwurzeln hängen bleibe. Füße hoch, heißt das Motto.

Von Opa Walter aus laufe ich hoch zum Wasserwerk und dort auf den Schlangenweg. Dort gilt mein erster Blick dem neuen 200 Meter hohen Windrad. Wirklich gigantisch erhebt es sich wie ein mahnender Finger in den Himmel. Was der Mensch alles bauen kann, schon beachtlich.

Weiter auf dem Schlangenweg bis Mettwurst Möller, ehemalige Kult Gaststätte. Hinter dem Haus laufe ich auf dem „B“ Wanderweg, ein herrlicher Trail, immer weiter. Bei Kilometer zwei war ich drauf und dran, umzukehren. Ich fühlte mich schlapp und ausgepowert, war wirklich kurz davor, aufzuhören. Aber wie komisch, bei Kilometer drei sah es genau anders herum aus. Weiter auf diesem schönen Weg, das tolle Wetter genießen, einfach weiter laufen. Ich musste an die Mufflon Herde denken, die mir hier letztes Jahr folgte, in der Hoffnung, ich hätte ein Leckerchen dabei. Die Herde ist verschwunden, lange hab ich hier kein Tier mehr angetroffen. Schade drum.

Ich trabte weiter, immer mal wieder erhasche ich tolle Ausblicke in das Weser Tal. Aber auch die Autobahn A2 schlängelt sich hier am Berg entlang. Ihre Geräusch Kulisse wird immer aufdringlicher.

Aber jetzt erreiche ich meine absoluten Lieblings Tiere. Die Rinder, ich glaube, dieses sind schottische Highlander. Diese Ruhe und Gelassenheit, die sie ausstrahlen, diese überirdische Freundlichkeit dem Menschen gegenüber. Das ist einfach nur wunderschön.

Als ich mein Handy zum fotografieren aus der kleinen Plastiktüte hole, meinen alle Tiere, jetzt gibt es aber ein Leckerchen und kommen an die Einzäunung. Aber ich muss sie enttäuschen. „Bitte nicht füttern“, so steht es an mehreren Stellen angeschlagen. Da halte ich mich auch dran.

Ich verweile eine ganze Zeit an diesem abgelegenen, friedvollen Ort. Erfreue mich an den Tieren und genieße das tolle Wetter.

Dann mache ich mich wieder auf den Weg. Der führt nun immer dichter an die Autobahn heran, der Verkehrslärm wird immer lauter. Zum ersten Mal kommen mir hier auf dem so abgelegenen Weg zwei junge Läufer entgegen. Bisher hab ich hier nur ein paar Mal Wanderer getroffen, und nun erstmalig Läufer. Das freut mich, sie hier trainieren zu sehen. Wir wechseln im Vorbeilaufen ein paar Worte und weiter geht es.

Keine hundert Meter weiter liegt etwas im Weg. Ich halte es zuerst für einen Holzklotz. Doch dann erkenne ich eindeutig einen Kopf. Ein bisschen Fell klebt noch daran, ich glaube, es kann ein Mufflon Kopf sein. Auf jeden Fall bin ich glücklich, das ich keinen Hund, schlimmer wäre es noch mit einem Rudel, dabei habe. Dann wäre Holland aber in Not. Ich mache ein paar Bilder und starte dann durch zu neuen Abenteuern.

Ich bin nun ca. fünfzig Meter von der Autobahn entfernt, ihr Krach geht mir richtig auf den Geist. Aber nur ein paar hundert Meter, dann erreiche ich den Trail, der hoch zum Hauptwanderweg führt. Eine Wohltat für die Ohren, es wird immer ruhiger und bald höre ich nichts mehr von der Autobahn. Die Ruhe hat nun die Oberhand.

Dieser Weg wurde früher von den Cross Reitern intensiv genutzt. Viele Jahre passierte hier aber nichts mehr, und nun liegt der Weg vor mir. Frisch gegrubbert, auf voller Breite. Fünf-zehn Zentimeter herrlich aufgelockerter Boden. Da laufe ich nun gut einen Kilometer nur aufwärts. Da kommt Freude bei dem Trail Liebhaber auf. Einfach herrlich, dieser Weg.

Aber alles hat ein Ende, auch dieser Weg. Ich bin auf dem Hauptwanderweg angekommen, laufe links weiter, bis zur Starfighter Absturzstelle. Ich bleibe einen Moment am Kreuz stehen, das mit dem Namen des getöteten Piloten versehen ist. Er ist nur 27 Jahre alt geworden. Wie tragisch für die Angehörigen. Und wie unnötig war sein Tot. Die Starfighter Affäre.

Ich laufe weiter, zum Auto ist es nicht mehr weit. Mir fehlt das Bergtraining, die Beine werden immer schwerer. Aber ich genieße es mal alleine laufen zu dürfen, mein Augenmerk bewusst auf die Natur zu legen und diesen herrlichen Frühling zu erleben. Das lässt alle Qualen vergessen und die Beine schaffen sogar die letzten Kilometer im zügigen Tempo von etwas über sechs Minuten.

Knapp   15 Kilometer   sind es heute geworden.

Der Weg zur alten Form ist weit, aber nicht zu weit. Ich bin auf dem Weg dahin.

  


Bereich      Höh. Änd.  Distanz       Zeit         Prozent

Ansteigend +322,7 m  6,68 km     1:07:52     48,4 %

Eben            -1,5 m    0,93 km          8:18       5,9 %

Abstieg        -341,2 m   7,19 km     1:04:08     45,7 %

Gesamt      -20,0 m     14,79 km   2:20:18     100,0 %


Blick zum riesigen 200 Meter Windrad.
Auch das ist immer wieder schön anzusehen. Die Reiter hier sind alle recht freundlich.
Der typische Charakter des Schlangenweges. Der Name sagt alles.
Auf dem Schlangenweg.
Ganz versteckt "Mettwurst Möller", ehemalige Gaststätte.
Meine Lieblings Tiere.
Die sind doch wirklich hübsch.
Der Schädel, schon ziemlich abgenagt und ausgelutscht.
Fast direkt an der Autobahn, kaum fünfzig Meter davon entfernt.
Immer wieder hat man solche Blicke in das Weser Tal hinein.
Die Absturzstelle eines Starfighter, von der es in unserem Umkreis noch mehre gibt.
Die "Waldschule" ist eröffnet.
Dann überschreite ich noch den 9. Längengrad.
Der Bach hier unten am Auto hat für die Jahreszeit zu wenig Wasser. Uns fehlt der Regen.
.
Der höchste Punkt der Strecke, davor der längste Anstieg im Pferdeparcours. Der hat es in sich. Spaß gemacht hat es aber trotzdem.